
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Mit Hund im Camper reisen ist das Schönste, was es gibt, aber es kommt schon einiges dabei zu bedenken! Die wichtigsten Dinge, die du vorher regeln solltest, sind die Papiere, ein Hitzeplan und Vorbeugung gegen südeuropäische Parasiten. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere praktische Dinge, die du unterwegs regeln könntest.
Wir sind beim Schreiben dieses Blogs seit 4 Monaten mit unserem Camper und unserem Labradoodle Bodhi unterwegs. Wir nehmen Bodhi überallhin mit, so sind wir zusammen einen 120 km langen Abschnitt des Camino in Apulien gelaufen, machen Zeltrouten und besuchen gemeinsam die schönsten Städtchen.
In diesem Blog findest du nicht die Standardliste wie „nimm einen Wassernapf mit“. Es geht hier um die Dinge, die du erst merkst, wenn du schon unterwegs bist, und von denen manche nicht mehr zu lösen sind, sobald du über die Grenze bist.
1 – Welche Papiere brauchst du, um mit deinem Hund über die Grenze zu reisen?
Hier findest du alle Regeln, so wie sie offiziell festgelegt sind. Während unserer Reise durch den Balkan (außerhalb/innerhalb der EU) haben wir aber gemerkt, dass die Zollbeamten wenig bis kein Interesse an Bodhis Dokumenten hatten. Trotzdem ist es gut, sich vorher gründlich zu informieren – es wäre wirklich schade, wenn du mit deinem Hund nicht mehr in die EU einreisen könntest, weil die Dokumentation oder Impfungen nicht in Ordnung sind!
Die untenstehenden Regeln können veraltet sein, wenn du dies liest. Außerdem sind wir keine Experten auf dem Gebiet von Vorschriften und Dokumentation. Nutze die untenstehenden Infos also vor allem, um dir ein grobes Bild davon zu machen, worum es geht. Wir empfehlen dir, vor der Abreise alles bei deinem Tierarzt checken zu lassen, damit du sicher weißt, dass du nichts übersehen hast! Das erspart dir eine Menge Recherche und Kopfschmerzen!

Die Grundlagen innerhalb der EU
Wenn du innerhalb der EU reist, musst du vor allem Folgendes in Ordnung haben:
- Einen Chip, der dem ISO-Standard entspricht, eingesetzt bevor die Tollwutimpfung gegeben wurde. Andersherum zählt die Impfung nicht.
- Eine gültige Tollwutimpfung. Der Hund muss bei der ersten Spritze mindestens 12 Wochen alt sein, und diese erste Spritze ist erst 21 Tage später gültig. (Innerhalb der EU brauchst du keine Titerbestimmung.)
- Einen EU-Heimtierausweis mit Angaben, die mit der Chipregistrierung übereinstimmen.
Mit deinem Hund außerhalb der EU reisen: die Tollwut-Titerbestimmung
Sobald du die EU verlässt, ändert sich das Spiel – vor allem bei der Rückkehr in die EU geht es oft schief. Die EU teilt Länder außerhalb der Union in Länder mit niedrigem und hohem Tollwutrisiko ein. Kommt dein Hund aus einem Land zurück, das nicht auf der Liste der Niedrigrisikoländer steht, ist eine Tollwut-Titerbestimmung verpflichtend: ein Bluttest, der zeigt, dass genügend Antikörper vorhanden sind (also, dass die Impfung gut gewirkt hat).
Dieser Bluttest muss vor deiner Abreise, in den Niederlanden, gemacht werden. Das Blut muss mindestens 30 Tage nach der Impfung entnommen werden. Lässt du die Entnahme erst im Ausland machen, darf dein Hund danach noch 90 Tage nicht in die EU einreisen. Machst du es vorher zu Hause, gilt diese Wartezeit nicht. Der Test bleibt lebenslang gültig, solange du die Tollwutimpfung immer rechtzeitig auffrischst.
Einfuhrbestimmungen ändern sich regelmäßig und unterscheiden sich je nach Land. Schau vor der Abreise auf licg.nl (Einfuhrbestimmungen pro Land, niederländische Quelle) und nvwa.nl und sprich mit deinem Tierarzt. Was hier steht, ist der Stand zum Zeitpunkt unserer Recherche, keine Garantie für nächstes Jahr.
Welche Impfungen braucht dein Hund für die Reise?
Neben Tollwut ist es ratsam, die Standardimpfungen aktuell zu halten: Staupe, Hepatitis, Parvo, Leptospirose und Zwingerhusten-Erreger (Parainfluenza). Manche Länder fragen danach, und außerdem begegnest du genug freilaufenden Hunden. Zwingerhusten-Impfung ist optional, aber praktisch, wenn du regelmäßig auf Campingplätzen stehst.
Hundeversicherung fürs Ausland
Prüfe, ob deine Hundeversicherung im Ausland Deckung bietet und wie lange. Viele Policen decken Urlaube von ein paar Wochen ab, nicht ein ganzes Jahr Vollzeitreisen.
2 – Sicher mit deinem Hund im Camper reisen
Die zwei größten Risiken im Camper selbst sind Hitze und ein loser Hund während der Fahrt. Hitze ist für einen Hund schnell tödlich, du musst hierfür also ausreichend Maßnahmen treffen. Außerdem ist es wichtig, dass dein Hund während der Fahrt gesichert ist.
Hitze im Camper: das größte Risiko für deinen Hund
Genau wie ein Auto kann ein Camper in der Sonne innerhalb weniger Minuten deutlich wärmer werden als die Außentemperatur. Belüftung, Schatten und ein Temperaturalarm sind daher wichtiger als jedes Zubehör.
Das ist der wichtigste Teil dieses Blogs! Alle anderen Risiken und Vorsichtsmaßnahmen sind lästig. Aber Hitze ist tödlich, und es geht schnell…
Ein Camper ist eine isolierte Blechbox mit viel Glas. Ein Hund kühlt sich vor allem durch Hecheln, und das funktioniert schlechter, je wärmer und feuchter die Luft wird.
Wir erklären dir in diesem Abschnitt, was du tun kannst, um deinen Hund so kühl wie möglich zu halten!
Vorab regeln

Es gibt einige Dinge, die du schon vor deiner Reise regeln kannst:
Maxxfan. Für uns die wichtigste Ergänzung am Camper! (nicht nur für Bodhi). Der Maxxfan ist ein Dachventilator, der warme Luft von innen nach außen bläst (oder kühle Luft von außen nach innen). Der Ventilator läuft mit 12V und verbraucht sehr wenig, deshalb läuft er bei uns an heißen Tagen 24/7. Wir haben in unserem Fall ein vorhandenes Dometic-Dachfenster durch einen Maxxfan ersetzt – ein schönes Samstagnachmittagsprojekt. Wenn du es lieber nicht selbst machen möchtest, kostet dich das beim Camper-Spezialisten meist rund 700-800 € für den Ventilator plus Einbau.
Den Maxxfan gibt es in 3 verschiedenen Farben, wir haben uns für Smoke entschieden. Das passt gut zu unserem dunklen Bus.
Kühlmatte. Eine Gelmatte, die durch Aufnahme von Körperwärme kühlt. Sie funktioniert ohne Strom und ohne Wasser. Sie ist keine Klimaanlage und löst das Problem eines zu heißen Campers nicht, aber sie gibt einem Hund einen kühleren Platz zum Liegen.
Wir dachten, dass wir diese unterwegs einfach kaufen könnten, aber wir konnten keine Variante mit Gel finden. Zum Glück hatten wir ein Schaffell aus den Niederlanden mitgenommen.

Schaffell. Statt einer Kühlmatte könntest du dich auch für ein Schaffell entscheiden. Bei uns liegt eins unter dem Tisch – benutzt Bodhi es nicht, ist es schön warm unter unseren Füßen! Wolle ist nämlich ein natürlicher Isolator, sie nimmt Körperwärme gut auf. Das bedeutet, dass sie sowohl im Sommer als auch im Winter super für deinen Hund ist. Außerdem passt sie sich dem Körper deines Hundes an und hat eine dämpfende, druckentlastende Wirkung, die gut für die Gelenke deines Hundes ist!
Temperatursensor. Wenn du deinen Hund kurz im Camper lassen willst, während du selbst kurz weg bist, willst du auf deinem Handy sehen können, wie warm es drinnen ist. Wir haben das selbst mit einer DIY-Installation gelöst, mit einem alten Handy, das wir als Webcam nutzen und auf ein Thermometer richten. Wir verwenden dafür die kostenlose App Alfred Camera. Aber natürlich gibt es genug Bluetooth- und WLAN-Sensoren online, die bei Überschreiten einer eingestellten Grenze einen Alarm senden.
Klimaanlage. Mit einer Klimaanlage hast du weniger unter hohen Temperaturen in deinem Camper zu leiden, solange du auf einem Campingplatz am Landstrom hängst. Die meisten Camper haben ein Batteriepaket und einen Wechselrichter, die nicht groß genug sind, um die Klimaanlage auch laufen zu lassen, wenn du mal kurz in eine Stadt fährst. Wir haben unter anderem deswegen bewusst einen Maxxfan statt einer Klimaanlage gewählt. Außerdem finden wir, dass eine Klimaanlage sehr viel Lärm macht, und das finden wir nicht besonders sozial auf einem Campingplatz, wenn du direkt neben deinen Nachbarn stehst.
Praktische Regeln gegen die Hitze
Vielleicht etwas naheliegend, aber wir wollten sie trotzdem erwähnt haben:
- Im Schatten parken/übernachten. Wenn du längere Zeit an einem Ort stehen bleibst, achte gut darauf, wo die Sonne im Laufe des Tages steht. Stelle deinen Camper am liebsten in natürlichen Schatten.
- Verdunkelung auf der Sonnenseite. Fensterisolierung oder Vorhänge auf der Seite, auf die die Sonne scheint, machen viel aus. Und wenn du eine Markise hast, solltest du sie natürlich auch ausfahren, um noch mehr Schatten zu schaffen.
- Geh früh morgens und abends spazieren. Gib deinem Hund früh morgens und abends die nötige Bewegung, damit er sich tagsüber gut ausruhen kann. An heißen Tagen liegt Bodhi am liebsten den ganzen Tag unter dem Camper.
- Prüfe den Asphalt mit deiner Hand. Kannst du deinen Handrücken keine fünf Sekunden daraufhalten? Dann ist es zu heiß für Pfoten.
- Wasser unterwegs. Sorge dafür, dass dein Hund immer genug zu trinken hat. Tipp von uns: kauf auslaufsichere Näpfe, damit Wasser (und Futter) beim Fahren nicht herausfliegen. Wenn wir nicht bei Bodhi am Camper sind, verwenden wir einen faltbaren Wassernapf.
- Lass den Hund nicht allein im Camper, wenn du nicht sicher bist, dass es kühl bleibt. Nur weil dein Camper jetzt im Schatten steht, heißt das nicht, dass er das in zwei Stunden auch noch tut – die Sonne wandert schließlich weiter!
- Temperaturunterschiede im Camper erkennen. Verschiedene Stellen in deinem Camper können unterschiedliche Temperaturen haben. Wir wissen alle, dass warme Luft aufsteigt, daher ist es oben in deinem Camper immer wärmer als unten auf dem Boden. Auch wenn Vorder- und Hinterteil deines Campers auf irgendeine Weise getrennt sind, kann es sein, dass es im einen Bereich viel wärmer ist als im anderen. Beispiel: Wir schließen unser belüftetes Schlafzimmer nachts ab, damit Bodhi nicht aufs Bett springen kann. Wenn morgens die Sonne auf den Camper scheint, ist es im Schlafzimmer temperaturmäßig noch gut auszuhalten, aber im restlichen Camper wird es schnell warm! Überlege dir also gut, wo dein Hund überall im Camper hinkommen kann und wie warm es dort wird.
- Hund mit Wasser abkühlen. Du kannst deinen Hund auch einfach mit Wasser abkühlen. Aber es ist wichtig, dass du die richtigen Stellen nass machst, nicht einfach wahllos übergießt.
Die besten Stellen zum Nassmachen sind:
- Der Bauch und die Achseln (Innenseite der Beine/Leiste), dort ist wenig Fell und viele Blutgefäße nah an der Haut
- Pfoten und Ballen
- Nacken/Hals
Hitzschlag bei Hunden erkennen
Trotz all dieser Maßnahmen ist es leider immer noch möglich, dass dein Hund einen Hitzschlag bekommt. Das Allerwichtigste ist daher, deinen Hund gut im Auge zu behalten!
Die Hitzschlag-Anzeichen, auf die du achten musst: heftiges und anhaltendes Hecheln, eine knallrote Zunge, Sabbern, wackliger Gang, Erbrechen, keine Reaktion mehr. Kühle allmählich mit lauwarmem Wasser ab, nicht eiskalt, und suche sofort einen Tierarzt auf.
Deinen Hund während der Fahrt sichern

Ein loser Hund in einem fahrenden Camper ist ein Risiko für den Hund und für dich selbst. Bei einer Vollbremsung wird ein Hund plötzlich zum Geschoss. In manchen Ländern ist außerdem vorgeschrieben, dass ein Tier so transportiert werden muss, dass es den Fahrer nicht behindern kann.
Um deinen Hund sicher und vorschriftsmäßig zu transportieren, hast du eigentlich zwei Möglichkeiten: eine Box, die wirklich am Camper befestigt ist, oder ein Anschnallgeschirr, das an den Sicherheitsgurt angeschlossen wird. Ein normales Spaziergeschirr ist kein Sicherheitsgeschirr. Achte auf Geschirre, die crashgetestet sind.
Wir haben für Bodhi eine feste Box im Camper gebaut, in die er während der Fahrt gehen kann!
3 – Deinen Hund mit dem Fahrrad oder Roller mitnehmen
Mit einem Camper übernachtest du fast immer außerhalb des Zentrums, daher bewegst du dich oft mit dem Fahrrad oder, in unserem Fall, mit dem E-Scooter fort. Ein Hund kann nicht immer nebenher laufen, vor allem nicht bei 25+ Grad. Für uns war ein Hunderucksack die logischste Option, da Bodhi „nur“ 12 kg wiegt. Es gibt sicher größere Rucksäcke, in die schwerere Hunde bis zu 23 kg passen, aber du musst dich fragen, ob du so viel Gewicht auf deinem Rücken tragen willst. Wähle dann in jedem Fall einen Rucksack mit Hüftgurt.
Warum ein Rucksack und kein Korb

Wir benutzen einen K9 Sport Sack Hunderucksack, in den Bodhi steigt, wenn wir aufs Fahrrad oder den Scooter steigen.
Drei Gründe, warum das für uns besser funktioniert als ein Fahrradkorb:
- Deine Hände sind frei, und das Gewicht liegt auf deinem Rücken statt auf dem Lenker, was das Fahrrad viel stabiler macht.
- Es funktioniert auch auf einem Scooter, wo ein Korb keine Option ist.
- Du kannst einfach weiterlaufen, sobald du absteigst. Du musst nichts umbauen, wenn du das Fahrrad irgendwo abstellst und ins Dorf willst.
Auf die Hitze achten
Es kann für deinen Hund ziemlich warm werden in einem Rucksack, achte deshalb beim Kauf und bei der Nutzung auf Folgendes:
- Nicht in der heißesten Zeit des Tages benutzen. Fahr morgens oder abends Rad.
- Achte beim Kauf darauf, ob der Rucksack Mesh-Panels hat, durch die die warme Luft entweichen kann. Kaufe am besten einen hell gefärbten Rucksack, damit er sich nicht zu sehr durch die Sonne aufheizt.
- Halte regelmäßig an, um deinen Hund kurz herauszulassen und etwas Wasser trinken zu lassen.
Gewöhnung
Für die meisten Hunde ist es eine große Sache, in einen Rucksack zu steigen, deshalb ist es wichtig, sie langsam daran zu gewöhnen:
- Rucksack offen auf dem Boden, den Hund schnuppern lassen, Leckerlis im Rucksack verstecken.
- Rucksack offen auf dem Boden, Hund mit Belohnung hinein, sofort wieder heraus.
- Rucksack geschlossen, Hund drin, du bleibst stehen.
- Rucksack auf dem Rücken, im Haus oder um den Camper herumlaufen.
- Kurze Fahrradstrecken auf einer ruhigen Straße.
- Erst danach in den Verkehr.
Wir haben das Glück, dass Bodhi der pflegeleichteste Hund überhaupt ist, denn er ist sofort ohne zu murren hineingegangen!
Alternativen
Willst du gar keinen Rucksack, gibt es noch ein paar Alternativen. Denk daran, den Hund einfach nebenher laufen zu lassen, solange es nicht zu heiß ist und dein Hund konditionell mithalten kann.
Zum letzten Punkt: Hunde halten ein Fahrradtempo länger durch, als du denkst, und das ist gleichzeitig auch ein Problem. Sie zeigen nicht an, wann es ihnen zu viel wird. An einem heißen Tag ist nebenher auf Asphalt laufen eine der schnellsten Arten, wie ein Hund überhitzt.
4 – Deinen Hund im Ausland verlieren
Unterwegs kennt dein Hund die Umgebung nicht. Deshalb ist es wichtig, darüber nachzudenken, was du tun kannst, um zu verhindern, dass dein Hund verloren geht!
GPS-Tracker für deinen Hund im Ausland

Da wir viel wildcampen und Bodhi an solchen Orten einfach frei herumläuft, finden wir es schön, dass er einen GPS-Tracker hat.
Wir verwenden einen Tracker von Tractive. Ein kleiner Tracker, den du einfach am Halsband befestigst, mit eigener eingebauter SIM-Karte, sodass er überall funktioniert, wo es Mobilfunknetz gibt. Dafür brauchst du allerdings ein Abo!
Es gibt eine App dazu, mit der du deinen Hund live verfolgen, aber auch die Verlaufshistorie ansehen kannst. In der App siehst du sogar Gesundheitsdaten deines Hundes: Atmung, Bellen, tägliche Bewegung usw.! Der Tracker ist wasserdicht und muss etwa alle 5 Tage aufgeladen werden (außer du hast WLAN in deinem Camper, dann hält er etwa zwei Wochen). Über die App kannst du auch einen Ton abspielen oder ein Licht anschalten, damit du deinen Hund noch schneller wiederfindest. Das Licht ist natürlich auch super praktisch beim abendlichen Gassigehen. Wenn du richtig gut trainierst, bringst du deinem Hund sogar bei, zum Camper zurückzukommen, wenn er den Ton hört!
Wir haben Bodhi auf dem Campingplatz schon mal verloren (viele Campingplätze auf dem Balkan finden es kein Problem, wenn dein Hund einfach frei herumläuft) und konnten ihn dann mit dem Tractive schnell aufspüren! Besonders praktisch, wenn du abends nicht den ganzen Campingplatz zusammenschreien willst.
Telefonnummer

Ein kleiner Aufwand, aber ein großer Unterschied: Sorge dafür, dass deine Telefonnummer sichtbar ist, falls jemand deinen Hund findet. Das geht durch eine gravierte Marke/Plakette, eine Kapsel mit Platz für einen Zettel, oder indem du es ins Halsband einsticken lässt. Achte darauf, dass du deine internationale Telefonnummer angibst! Also +31 (bzw. deine Landesvorwahl) und nicht die inländische Nummer. Und reist ihr zu zweit, dann gib beide Nummern an!
Wenn du willst, ist es außerdem praktisch, das Land, aus dem du kommst, dazuzuschreiben, damit sofort klar ist, dass es kein lokaler Streuner ist.
Jeder, dem wir begegnen, will wissen, woher Bodhis Halsband ist! Wir haben unseres bei Charlie and Jones gekauft und Bodhis Namen sowie unsere Telefonnummer einsticken lassen. Es ist knallorange, damit er gut sichtbar ist, denn Bodhi selbst ist das nicht 😉
5 – Maulkorb: wo ist er Pflicht?

In verschiedenen europäischen Ländern ist ein Maulkorb im öffentlichen Nahverkehr Pflicht, manchmal sogar für bestimmte Rassen in bestimmten Städten oder Regionen. Die Regeln unterscheiden sich stark je nach Land und manchmal sogar je nach Region innerhalb eines Landes.
Wir haben während unserer Reisen gemerkt, dass es in den meisten Ländern nicht sehr streng kontrolliert wird, aber Bodhi sieht natürlich auch nicht wie ein gefährlicher Hund aus! Wir können uns vorstellen, dass ein Pitbull oder Rottweiler eher gebeten wird, einen aufzusetzen.
Reist du öfter mit dem Camper, lohnt es sich sowieso, dir einen zuzulegen – man weiß nie, wann man ihn braucht. Wir haben ihn immer dabei!
Zwei Dinge, auf die du achten solltest:
- Nimm einen Korbmaulkorb, kein Nylonband, das die Schnauze zuschnürt. Ein Hund MUSS hecheln und trinken können. Wenn du einen Maulkorb kaufst, bei dem der Hund sein Maul überhaupt nicht mehr öffnen kann, wird das bei warmem Wetter super gefährlich für deinen Hund, weil er dann nicht mehr hecheln kann, um seine Wärme abzugeben. Am besten gehst du einfach in ein Zoofachgeschäft und suchst gemeinsam mit einem Mitarbeiter die richtige Größe.
- Trainiere es zu Hause, lange bevor du ihn brauchst. Dein Hund muss sich an den Maulkorb gewöhnen. Trainiere also zu Hause das Anlegen des Maulkorbs. Mach das in mehreren kurzen Sitzungen, verteilt über mehrere Tage/Wochen. Lass deinen Hund zuerst am Korb schnuppern und belohne ihn dafür, dann baue es aus, indem du Leckerlis in den Korb legst. Wenn dein Hund sich vollständig an das komische Ding gewöhnt hat, kannst du ihn vorsichtig kurz aufsetzen und gut belohnen. Lass ihn danach immer etwas länger auf und belohne deinen Hund dabei weiterhin gut!
Bodhi hat während seines Welpenkurses schon mit dem Maulkorb geübt und hatte deshalb wenig Mühe damit!
6 – Gesundheitsrisiken in Südeuropa
In Südeuropa laufen Hunde Gefahr, an Leishmaniose, Herzwurm und Zeckenkrankheiten zu erkranken, die in den Niederlanden kaum vorkommen. Hier musst du vor der Abreise vorbeugende Maßnahmen ergreifen.
Welche Vorbeugung passt, hängt von deinem Hund, deiner Route und der Jahreszeit ab. Besprich das also mit deinem Tierarzt!
Das Folgende soll dir zeigen, wonach du fragen solltest – es ist kein medizinischer Rat.
Zecken und Flöhe
Während des Camperreisens ist dein Hund viel draußen, kontrolliere ihn daher gründlich und häufig auf Zecken und Flöhe. Bei einem langhaarigen Hund bedeutet das, wirklich mit den Fingern durchs Fell zu gehen, vor allem um Ohren, Nacken, Achseln, Leiste und zwischen den Zehen. Versuch dir anzugewöhnen, das regelmäßig zu machen!
Eine gute Zeckenzange oder Zeckenhaken gehört in den Camper, und am liebsten auch eine in die Gassitasche. Denk daran, die Zecke herauszudrehen, nicht zu ziehen! Beobachte die Stelle danach ein paar Tage lang, um zu sehen, ob sich keine Auffälligkeit zeigt.
Zur Vorbeugung gibt es die Wahl zwischen Spot-ons, Tabletten und Bändern. Wichtiger Unterschied: Manche Mittel töten die Zecke erst, nachdem sie gebissen hat, andere halten sie fern. Für Südeuropa willst du bevorzugt ein Mittel mit abwehrender Wirkung, aus dem unten genannten Grund.
Leishmaniose bei Hunden in Südeuropa
Leishmaniose ist eine ernsthafte Infektionskrankheit, die durch Sandmücken übertragen wird und im gesamten Mittelmeerraum vorkommt, einschließlich Balkan, Italien, Griechenland, Spanien und Portugal. Die Krankheit ist chronisch und nicht heilbar, nur zu unterdrücken. Also wirklich eine ernste Sache!
Sandmücken sind kleine Mücken, die rund um Sonnenuntergang und nachts aktiv sind. Symptome können Monate bis Jahre nach dem Biss auftauchen, sodass du nicht sofort merkst, dass etwas schiefgelaufen ist. Die Symptome äußern sich auf verschiedene Weise:
- Kahle Stellen rund um die Augen (die „Brille“), extreme Hautschuppung, Geschwüre an den Ohren und abnorm schnell wachsende Krallen.
- Gewichtsverlust (trotz gutem Essen), extreme Antriebslosigkeit, geschwollene Lymphknoten und schließlich lebensbedrohliches Nierenversagen (viel Trinken und Urinieren).
Das kannst du dagegen tun:
- Ein Halsband oder Spot-on mit einem abwehrenden Mittel, das speziell gegen Sandmücken wirkt. Frag deinen Tierarzt, welches Produkt am besten geeignet ist und wie lange es wirkt.
- Es gibt auch eine Impfung. Sie bietet keinen vollständigen Schutz und ersetzt die Abwehrmittel nicht, kann aber Teil des Ansatzes sein. Besprich auch das mit deinem Tierarzt, ob es in eurem Fall sinnvoll ist.
- Feinmaschige Fliegengitter für Fenster und Dachluke. Sandmücken sind winzig, ein normales Fliegengitter reicht nicht.
- Hund rund um Sonnenuntergang drinnen halten, in Gebieten, in denen das relevant ist. Das ist genau der Moment, in dem du selbst am liebsten draußen sitzen würdest, das erfordert also etwas Disziplin.
Herzwurm
Dieser Wurm wird durch Mücken übertragen, vor allem in Südeuropa. Die Vorbeugung läuft über ein monatliches Mittel, das dein Tierarzt verschreibt. Wenn du eine Weile durch Südeuropa reist, lohnt es sich, das anzusprechen!
Prozessionsspinnerraupen
Nicht nur in den Niederlanden sorgen diese Tierchen für Ärger, sie sind auch in einem großen Teil des restlichen Europas zu finden. Die Brennhaare dieser Raupen verursachen so heftige Entzündungsreaktionen, dass ein Hund, der daran schnuppert oder daran leckt, einen Teil seiner Zunge verlieren kann! Sei also extrem vorsichtig mit diesen Raupen!
Lauf nicht mit einem schnüffelnden Hund unter Kiefern, wo du Nester oder Raupenschnüre siehst. Sie laufen in einer erkennbaren Reihe hintereinander über den Boden.
Vergiftete Köder
An manchen Orten in Süd- und Osteuropa wird vergifteter Köder ausgelegt, gedacht, um Streunerhunde oder Raubtiere zu töten. Hast du einen Hund, der alles frisst, was nicht niet- und nagelfest ist? Dann pass an solchen Orten extra gut auf! Und leg ihn am besten an die Leine. Praktischer Tipp: Trainiere das Wort „nein“ mit deinem Hund, damit du ihn zurückpfeifen kannst, wenn du siehst, dass er an irgendetwas Essbarem schnüffelt!
Streunerhunde
Auf dem Balkan sind uns viele frei herumlaufende Straßenhunde begegnet, aber auch in anderen Teilen Südeuropas kann es sein, dass du Straßenhunden begegnest. Straßenhunde können Krankheiten oder Parasiten in sich tragen, die für deinen Hund neu sind. Sorge deshalb dafür, dass dein Hund einen guten Abstand zu Straßenhunden hält. Und sorge natürlich dafür, dass die Tollwutimpfung in jedem Fall aktuell ist.
Vor unserer Reise auf den Balkan hatten wir ziemliche Angst vor aggressiven Straßenhunden, aber am Ende sind uns eigentlich nur superliebe Hunde begegnet. Wir haben ihnen dann auch oft etwas von Bodhis Futter gegeben!
7 – Erste-Hilfe-Set für deinen Hund: komplette Packliste
Vielleicht nicht das Erste, woran du denkst, aber wenn du es für dich selbst schön findest, ein Erste-Hilfe-Set zu haben, warum dann nicht auch für deinen Hund?
Hier siehst du alle Sachen, die in unserem Erste-Hilfe-Set für Bodhi stecken:
- Zeckenzange oder Zeckenhaken (2x)
- Sterile Kompressen und selbsthaftender Verband
- Wundspray oder Desinfektionsmittel für Tiere
- Pinzette
- Schere
- Thermometer
- Pfotenschutz oder Socke
- Spritze (ohne Nadel) zum Spülen von Wunde oder Auge
- Sterile Kochsalzlösung
- Krallenschere und blutstillendes Pulver
Was nicht hineingehört: Schmerzmittel für Menschen. Paracetamol und Ibuprofen sind giftig für Hunde. Gib deinem Hund diese also niemals!
8 – Deinen Hund im Camper beschäftigen
Ein glücklicher Hund ist ein Hund, der seine Energie gut loswerden kann. Meistens reicht viel Spazierengehen und Laufen aus, aber an Tagen, an denen das nicht geht, müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen. Sonst hast du einen Hund mit zu viel Energie auf zu kleinem Raum. Das äußert sich dann in Unruhe, grundlosem Bellen und schlechtem Schlaf.
Es ist deshalb gut, deinen Hund mental herauszufordern, damit er/sie seine Energie auf andere Weise loswerden kann. Schnüffeln und Kauen machen einen Hund schneller müde als Spazierengehen, und sie kosten keinen Platz. Folgendes könntest du tun oder mitnehmen, um deinen Hund schön schnüffeln und kauen zu lassen:
- Schnüffelmatte oder Schnüffeltuch. Du versteckst Futter in dieser Matte, und dein Hund sucht es anschließend wieder heraus. Ein lustiges Spiel, das ein paar Minuten dauert! Eine kostenlose Alternative ist, ein paar Brocken in ein Handtuch zu rollen (und es zuzuknoten, um es noch schwieriger zu machen). Wir benutzen diese Schnüffelmatte.
- Futter außerhalb des Campers verstecken. Lauf eine Runde um den Camper und leg eine Spur aus Futterbröckchen, so ist dein Hund ein paar Minuten schön mit Schnüffeln und Suchen beschäftigt.
- Kong oder befüllbares Spielzeug, eventuell gefüllt und eingefroren, wenn du einen Gefrierschrank hast. Bei warmem Wetter doppelt praktisch!
- Kausachen. Ein Hund kaut für sein Leben gern! Wir haben immer einen Vorrat an Gemüsesticks und Rinderkopfhaut dabei!
- Feste Routinen. Hunde lieben Rhythmus. Sorge dafür, dass du ungefähr die gleichen Fütterungs- und Spazierzeiten in deinen Rhythmus einbaust.
Deinen Hund allein im Camper lassen
Wenn du unterwegs bist, willst du ab und zu in ein Restaurant, ein Museum oder einen Supermarkt, wo Hunde nicht erlaubt sind. Das klappt nur gut, wenn dein Hund allein im Camper sein kann, ohne zu jaulen oder zu bellen, und das trainierst du zu Hause, nicht spontan unterwegs.
Fang klein an: fünf Minuten, dann zehn, dann länger. Prüfe, ob es wirklich gut läuft, denn ein Hund, der bellt, sobald du weg bist, hört damit oft still auf, sobald du zurückkommst. Auf einem vollen Campingplatz wird ein bellender Hund außerdem schnell zum Problem mit den Nachbarn.
Wir benutzen ein altes Handy als Webcam, um Bodhi im Auge zu behalten, wenn wir mal kurz weg sind!
9 – Den Camper lebenswert halten
Ja, das ist dann vielleicht der einzige Nachteil des Reisens mit Hund… Es wird drinnen ziemlich schnell dreckig und nass, wenn dein Hund das auch ist. Denk vor der Abreise über Folgendes nach:

Bademantel für Hunde. Ein saugfähiger Hundebademantel, den du nach einem Strandspaziergang, einem Regenschauer oder einer Schwimmrunde anziehst. Der Hund trocknet darunter, und dein Camper bleibt trocken. Das klingt nach einer Spielerei, bis du einmal einen nassen Labradoodle in einem sechs Meter langen Camper hattest. Wir trocknen Bodhi immer erst so gut wie möglich mit seinem Handtuch ab, und danach bekommt er seinen Bademantel an, damit er frei durch den Camper laufen kann, ohne gleich alles nass zu machen.
Handtücher und wo sie trocknen. Du brauchst mehr davon, als du denkst, und das eigentliche Problem ist nicht das Abtrocknen, sondern das anschließende Trocknen des Handtuchs. Überlege dir gut, wo du das nasse, dreckige Handtuch lässt, wenn es draußen regnet.
Staubsauger. Auch ohne Hund sollte dieser nicht fehlen, aber mit Hund brauchst du ihn noch öfter. Wir haben uns für einen entschieden, der sich einfach und schnell über USB-C aufladen lässt, denn er wird sehr oft benutzt!
Bett. In den meisten Campern ist das Bett für deinen Hund gut zugänglich. Das Letzte, was du willst, ist, dass dein nasser oder dreckiger Hund aufs Bett springt! Überlege dir daher, ob du dein Bett für deinen Hund absperren kannst. Geht das nicht, ist es klug, eine Tagesdecke oder Ähnliches über dein Bett zu legen. Wir benutzen dafür unsere Outdoordecken, die leicht auszuklopfen sind.
Auslaufmatte. Wahrscheinlich das beste Upgrade, das wir gemacht haben, ist eine große Auslaufmatte, die wir passgenau am Eingang zugeschnitten haben. Das erspart uns so viel Schmier drinnen! Bodhi wird auf der Matte abgetrocknet, bekommt danach seinen Bademantel an und darf erst dann weiter in den Camper!
Föhn oder Doodle Blower. Wenn dein Wechselrichter groß genug ist, kannst du sogar einen Föhn oder Doodle Blower mitnehmen! Nicht nur praktisch, um deinen Hund trocken zu föhnen, sondern auch, um den Sand aus seinem Fell zu blasen.
Brauchst du noch mehr Camper-Gear-Tipps? Lies auch unsere 5 Must-haves für den Camper.
Futter und Sachen unterwegs
Futter und Vorrat. Nimm genug Futter mit, wenn dein Hund eine bestimmte Marke oder Diät braucht, denn du kannst nicht davon ausgehen, dass es überall erhältlich ist. Bewahre es luftdicht auf: Feuchtigkeit und Wärme sind nicht gut für die Brocken, und eine offene Tüte zieht Ungeziefer an.
Kotbeutel. Nimm genug davon mit! In Teilen Süd- und Osteuropas sind sie im Supermarkt nicht standardmäßig erhältlich. Wir benutzen selbst biologisch abbaubare Beutel, damit wir sie bei Bedarf auch mal eingraben können.
10 – Checkliste: mit Hund im Camper reisen
Vorab regeln
- Chip registriert und mit dem Ausweis verknüpft
- Tollwutimpfung gültig, mindestens 21 Tage vor Abreise verabreicht
- Übrige Impfungen
- Tollwut-Titerbestimmung in den Niederlanden durchgeführt (falls zutreffend)
- Versicherung auf Auslandsschutz und Dauer geprüft
- Marke mit internationaler Telefonnummer
- Maulkorb trainiert
- Rucksack trainiert
- Alleinsein trainiert
Im Camper
- Maxxfan oder anderer Dachventilator
- Kühlmatte
- Hunderucksack
- Decke/Tagesdecke übers Bett
- Föhn / Doodle Blower
- Temperatursensor / Thermometer + Webcam
- Feinmaschige Fliegengitter
- Fensterisolierung oder Verdunkelung
- Box oder crashgetestetes Anschnallgeschirr
- GPS-Tracker
- Wassernapf drinnen und faltbarer Napf für unterwegs
- Vorratsdose für Futter
- USB-C-aufladbarer Staubsauger
Pflege und Sicherheit
- Zeckenzange, mindestens zwei
- Vorbeugung gegen Zecken, Flöhe und Sandmücken, in Absprache mit dem Tierarzt
- Herzwurmvorbeugung, falls zutreffend
- Erste-Hilfe-Set für den Hund
- Korbmaulkorb
Gegen Langeweile
- Schnüffelmatte
- Kong oder befüllbares Spielzeug
- Kausachen
Nass und dreckig
- Hundebademantel
- Handtücher und ein Trockenplatz
- Auslaufmatte
- Kotbeutel, reichlich
11 – Häufig gestellte Fragen
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