Wohnmobil umbauen: 11 Umbauten an unserem Serien-Wohnmobil

Wir haben von den Erstbesitzern einen serienmäßigen Pössl Roadcruiser 640 aus dem Jahr 2011 gekauft und in den Jahren danach elf Dinge daran verändert. Zusammen kostete uns das ungefähr 2.880 € (die Kosten für den Radio-Taster sind hier nicht separat aufgeführt, da sie beim Einbau des neuen Radios mit angefallen sind). Würden wir noch einmal von vorne anfangen, würden wir den Maxxfan zuerst einbauen.

Als wir unseren Camper von den Erstbesitzern kauften, bekamen wir im Grunde einen „nackten“ Serien-Camper. Die vorherigen Besitzer hatten nichts daran verändert, alles war im Originalzustand. Das erfüllte unsere Ansprüche zunächst, aber nach unserer ersten Reise (nach Marokko) merkten wir schnell, dass wir doch ein paar Dinge ändern wollten. Dadurch ist unser Leben im Camper etwas komfortabler geworden, und wir können außerdem länger autark stehen.

Alles Folgende wurde bei 35 Grad in Marokko und bei -25 Grad im Schnee beim Wintercamping in der Schweiz getestet.

1. Maxxfan

Nach unserer Reise nach Marokko mit über 35 Grad haben wir gemerkt, dass die Hitze abends nur schlecht aus dem Camper entweicht. Fenster öffnen hilft zwar, aber dabei bist du auf den Wind angewiesen. Gab es keinen Wind, bekamen wir es mit nichts auf eine erträgliche Temperatur zum Schlafen. Deshalb haben wir relativ schnell den Maxxfan eingebaut.

Maxxfan Dachventilator auf dem Dach des Pössl Roadcruiser

Wir haben ihn selbst montiert. Das war ein relativ einfacher Eingriff, denn an dieser Stelle saß bereits eine Dachluke im selben Format (Heki Mini 40×40). Die haben wir vorsichtig entfernt und den Maxxfan in die entstandene Öffnung eingeklebt. Ein Samstagnachmittagsprojekt. Der Ventilator kostete 300 €, lässt man ihn beim Camperspezialisten einbauen, ist man für Ventilator und Montage zusammen schnell bei 700 bis 800 Euro.

Maxxfan Bedienelement auf der Innenseite des Campers

Im Sommer läuft er 24/7, im Winter auf der niedrigsten Stufe gegen die Feuchtigkeit. Von allen elf Umbauten ist das der, den wir am meisten merken.

2. Radio an der Bordbatterie

Wir haben einen Taster einbauen lassen, mit dem wir das Radio des Busses ganz einfach über die Bordbatterie einschalten können. Die Lautsprecher hatten wir schon vorher ausgetauscht und einen kleinen Subwoofer einbauen lassen, mit diesem Taster können wir jetzt also mit richtig gutem Klang Filme schauen. Auch läuft das Radio jetzt tagsüber deutlich öfter.

Schalter, mit dem das Radio über die Bordbatterie läuft

3. Spiegel von IKEA

Für viele Camper ein Problem: nirgends Platz für einen großen Spiegel, in dem man sich komplett sehen kann. Wir haben das gelöst, indem wir vier kleine IKEA-Spiegel auf Schrank und Kühlschrank geklebt haben. So haben wir eine Art vollständigen Spiegel geschaffen, und ehrlich gesagt: Es funktioniert richtig gut.

Es handelt sich um den BLODLÖNN, zusammen 3,99 €. Wir haben sie mit den mitgelieferten Klebestreifen befestigt, und sie hängen inzwischen schon mehrere Monate, ohne dass auch nur einer abgefallen ist.

Vier kleine IKEA-Spiegel nebeneinander auf den Schrank geklebt

4. Verlängerung der Sitzbank

Tja, und dann die Sitzbank in einem Buscamper. Wir sitzen dort nicht gerne, denn richtig lümmeln kann man darauf nicht. Sitzt man quer darauf, kann man die Beine nicht vernünftig ablegen; die Bank ist einfach etwas zu kurz.

Das haben wir gelöst, indem wir eine 6 mm dicke Sperrholzplatte unter das vorhandene Kissen gelegt haben. Die können wir anschließend Richtung Gang herausziehen, wodurch Platz für ein zusätzliches Kissenstück entsteht. Wir haben ein übrig gebliebenes Stück Schaumstoff passend zugeschnitten und einen Kissenbezug drumherum genäht. Am Ende der Platte haben wir noch ein Winkelprofil angeklebt, damit dieses die Klappe des Stauraums festhält.

Ausgezogene, verlängerte Sitzbank im Camper

Die Bank ist dadurch etwa 20 cm länger geworden, und das reicht bei uns genau aus, um die Beine wirklich bequem abzulegen.

Alles in allem hat uns dieser Umbau noch keine 20 € gekostet, und wir sind super zufrieden damit!

5. Solarpanels und eine zusätzliche Batterie

Unser größter Wunsch seit der Anschaffung des Campers war eine Überarbeitung des Stromsystems. Wir haben uns für ein Panel mit 465 Wp entschieden und die alte Bordbatterie durch zwei Victron-AGM-Batterien mit je 90 Ah ersetzt.

465-Wp-Solarpanel auf dem Dach des Campers

Das Panel kostete 60 €, die Batterien je 204 €, der MPPT-Laderegler 240 €, die Kabel etwa 80 €, und der Anschluss durch einen Experten hat uns 120 € gekostet.

Was es uns bringt: Wo wir früher nach 2-3 Tagen einen Stromanschluss suchen mussten, stehen wir jetzt unbegrenzt autark, solange die Sonne einigermaßen scheint.

Warum wir nicht auf Lithium umgestiegen sind

Am liebsten hätten wir den Wechsel zu Lithium-Batterien gemacht, aber da unser vorhandenes Ladegerät im EBL dafür nicht geeignet war, sind wir einfach bei Blei geblieben.

In einem Serien-Camper sitzt nämlich meistens ein EBL, ein Elektroblock, der Ladegerät, Sicherungen und Verteilung in einem Kasten kombiniert. Praktisch, aber das Ladeprofil ist auf Blei abgestimmt. Lithium-Batterien brauchen ein anderes Lademuster und eine andere Endspannung, mit einem Bleilader lädst du eine Lithium-Batterie also nie ganz voll oder eben falsch.

Bei uns ist ein Schaudt EBL 99 verbaut. Um trotzdem umzusteigen, bräuchtest du ein separates DC-DC-Ladegerät (um während der Fahrt laden zu können) und ein Landstromladegerät. Beides kostet etwa 300 €, außerdem sind Lithium-Batterien auch teurer als GEL- oder AGM-Batterien. Uns war das den Aufwand nicht wert, auch weil unsere Batterien dank des großen Solarpanels eigentlich immer voll sind.

Willst du selbst ausrechnen, wie viel Wp und wie viel Ah du brauchst, dann kannst du unseren Solarpanel-Rechner nutzen.

6. 3D-Drucke

Unser 3D-Drucker hat Überstunden gemacht, wir haben nämlich sehr viele praktische Dinge für in und um den Camper gedruckt.

Denk an Magnethaken, eine Grauwasser-Füllstandsanzeige und Becherhalter.

Es sind zu viele, um sie hier alle aufzuzählen; am besten schaust du sie dir einzeln in unserem 3D-Druck-Blog an.

7. Passgenaue Fußmatte

Der gesamte Boden unseres Campers besteht aus Vinyl: super pflegeleicht, aber man braucht trotzdem eine Matte, um die Schuhe darauf abzutrocknen. Weil der Gang in unserem Camper sehr schmal ist, hatten wir am Eingang nur eine kleine Matte liegen. Schnell merkten wir, dass das nicht praktisch ist: Das Ding rutscht nämlich in alle Richtungen, und man kann nicht mal eben zwei oder drei Paar Schuhe darauf zum Trocknen abstellen.

Passgenau zugeschnittene Trockenmatte am Eingang des Campers

Wir haben das gelöst, indem wir eine große Schmutzfangmatte bei Kwantum gekauft und komplett passgenau zugeschnitten haben. Die Mattenfläche hat sich dadurch mehr als verdoppelt im Vergleich zur alten kleinen Matte. Ideal bei nassem Wetter, denn jetzt hat man genug Platz, um in den Camper zu steigen und die Schuhe auf der Matte auszuziehen. Der Rest des Campers bleibt dadurch schön sauber.

Die Matte kostete etwa 30 €. Zuschneiden geht ganz einfach mit einer guten scharfen Schere oder einem Messer; der Rand hält sich überraschend gut und franst nicht aus.

Reist ihr mit Hund, funktioniert dieselbe Matte auch super als Abtrockenplatz für ihn. Darüber haben wir mehr geschrieben in unserem Blog über das Reisen mit Hund im Camper.

8. IKEA-Lochplatte

Stauraum ist in einem Camper knapp bemessen. Deshalb haben wir an den leeren Wänden, die wir hatten, zwei IKEA-Skådis-Lochplatten angebracht. Für diese Lochplatten gibt es unglaublich viel Zubehör. So kannst du jede Menge praktische Boxen und Haken daran hängen, oder mit Wäscheklammern schöne Fotos daran befestigen.

IKEA-Skådis-Lochplatte mit Zubehör bei der Küche
IKEA-Skådis-Lochplatte mit Zubehör bei der Sitzecke

Wir haben die Größe 36×56 cm verwendet. Die Platten kosten 16,99 €, und ein Zubehör-Set bekommst du schon für 9,99 €.

Und die Frage, die garantiert kommt: Bleibt während der Fahrt alles hängen? Ja, bisher ist noch nichts heruntergefallen, und wir hatten schon einige holprige Straßen!

9. Zusätzliche Steckdosen

Unser Camper stammt aus dem Jahr 2011, und man merkt an allem, dass wir damals noch nicht so viele Geräte dabei hatten. Im gesamten Camper gab es nämlich keinen einzigen Stromanschluss, der auch autark funktionierte. Im Fahrerhaus gibt es natürlich den normalen 12V-Zigarettenanzünder-Anschluss, aber der funktioniert nur bei eingeschalteter Zündung.

Deshalb haben wir am Bett zwei zusätzliche 12V-USB-A- und USB-C-Ladepunkte eingebaut, die wir an die vorhandene Beleuchtung angeschlossen haben. Prüfe dabei unbedingt, wie diese abgesichert sind.

Victron-Phoenix-Wechselrichter hinter dem Fahrersitz montiert

Außerdem haben wir einen 12V-auf-230V-Wechselrichter eingebaut, damit wir ganz normal unsere 230V-Geräte benutzen können. Wir haben uns für einen Victron Phoenix 12/1200 entschieden, mit dem wir insgesamt 1000 W an Geräten anschließen können. In der Praxis kommt das kaum vor, denn dann wären unsere Batterien auch innerhalb einer knappen Stunde leer.

Dieser Wechselrichter hat uns 222 € gekostet.

10. Standheizung

Die Dieselheizung, also die Standheizung. Wie die meisten Wohnwagen und Camper hat auch unserer einen Truma-Combi-Boiler mit Gasbetrieb. Der Nachteil von Heizen mit Gas ist aber, dass man an kalten Tagen alle 2 bis 4 Tage die Gasflasche wechseln muss, je nach Temperatur, weil wieder eine leer ist. Das ist nicht nur ein teurer Spaß, sondern auch ziemlich lästig, wenn man zum Beispiel eine Woche auf einem Campingplatz im Wintersportgebiet steht. Vier Gasflaschen aus den Niederlanden mitzunehmen ist dann auch keine besonders attraktive Option.

Da wir auch gerne mit dem Camper Wintercamping machen, war dieser Umbau für uns absolut logisch.

Es ist eine Autotherm 2kWh geworden. Einbau durch einen Spezialisten und Anschaffung haben uns zusammen 1.315 € gekostet.

Der Verbrauch liegt bei etwa 0,5-1 l pro Nacht, je nachdem auf welcher Stufe man sie laufen lässt. Wo früher beim Wintercamping 1-2 Gasflaschen pro Woche draufgingen, sind es jetzt nur noch ein paar Liter Diesel.

Willst du wissen, wie lange deine Gasflasche bei deiner Art zu reisen reicht, dann kannst du das mit unserem Gasverbrauchsrechner ausrechnen.

11. Schiebetürgriff austauschen

Die Schiebetür eines Ducato öffnest du von innen mit einem kleinen Standardgriff. Das funktioniert, aber es gibt kaum Platz für die Finger und so gut wie keinen Hebel, weshalb man stärker ziehen muss als nötig. Bei uns war vor allem das Zuziehen mühsam, da der Griff hinter dem Küchenblock verschwindet.

Wir haben ihn durch den Womofix EasyGrip ersetzt. Der ist etwa 14 Zentimeter lang und steht etwa einen Zentimeter weiter von der Wand ab, sodass man mit der ganzen Hand zugreifen kann. Unten sitzt eine Lippe, mit der man die Tür zuziehen kann, und das ist bei uns der entscheidende Unterschied.

Die Montage ist eine Sache von fünf Minuten: Die originale Schraube und Befestigung bleiben erhalten, du brauchst nur einen 5-mm-Inbusschlüssel. Er passt auf Ducato, Boxer und Jumper ab Baujahr 2006.

Wir haben dazu einen eigenen Blogbeitrag mit Fotos von der Montage geschrieben: den Schiebetürgriff unseres Campers austauschen.

Was es zusammen gekostet hat

UmbauPreisSelbst gemacht?
Maxxfan300 €Ja
Radio an der BordbatterieUnbekannt (im Radioeinbau enthalten)Nein
IKEA-Spiegel3,99 €Ja
Verlängerung der Sitzbank20 €Ja
Solarpanel + Batterien908 €Teilweise (Anschluss durch Experten)
3D-Drucke~12 €Ja
Fußmatte30 €Ja
IKEA-Lochplatte26,98 €Ja
Zusätzliche Steckdosen234 €Ja
Standheizung1.315 €Nein
Womofix-Schiebetürgriff30,64 €Ja

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